Lichtkonzepte für unterschiedliche Wohnräume


1. Lichtkonzepte für Wohnräume
          a. Beleuchtung im Wohnzimmer

          b. Lichtkonzept für die Küche

          c. Beleuchtung planen im Schlafzimmer

          d. Lichtkonzept für das Arbeitszimmer (Interview)

2. Smartes Lichtmanagement per Smartphone
  

Optimale Beleuchtung dank der richtigen Lichtplanung

Hell genug zum Sehen, dunkel und behaglich genug zum Wohlfühlen – für diesen Spagat braucht es viele Lichtquellen, sprich: verschiedene Leuchten.

Licht macht Stimmung. Wir brauchen es, damit wir uns in unseren vier Wänden gut fühlen, zurechtfinden und konzentriert agieren können. Wer jetzt baut oder renoviert, sollte darum zeitig ein Lichtkonzept ausarbeiten oder sich vom Lichtplaner entwerfen lassen. Vor dem Betonieren der Geschossdecken sollten besser die Gehäuse für Deckeneinbauleuchten berücksichtigt werden oder in die Wände eingelassene Leuchten an Treppen.

„Abgehängte Decken oder vorgebaute Wände eignen sich ideal für indirekte Beleuchtung“, weiß Lichtplanerin Antje Kröplin, Chefin von LichtJa. „Das macht sanftes Licht, das freundlich, ja einladend wirkt.“ Für ein perfektes Zusammenspiel empfehlen sich drei oder besser noch mehr Lichtquellen im Raum. Das gilt nicht nur als angenehm, sondern bedient auch verschiedene Funktionen: Die Grundbeleuchtung erhellt das ganze Zimmer und dient der Orientierung. „Das muss längst nicht mehr die eine zentrale Deckenleuchte übernehmen“, sagt Kröplin. Ein stimmungsvolles Allgemeinlicht kommt aus unterschiedlichen Quellen wie Vouten-, Wand- oder Bodenleuchten. Verteilt sich die Helligkeit harmonisch im Raum, steigen Wohlbefinden und Sehkomfort gleichermaßen.




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1. Lichtkonzepte für Wohnräume

Eine durchdachte Wohnraumbeleuchtung sollte drei Aufgaben erfüllen. Erst im Zusammenspiel dieser Lichtquellen entsteht ein stimmungsvolles Lichtkonzept.

  • Grundbeleuchtung: Die Allgemeinbeleuchtung ist die Basis der Beleuchtung. Sie wird als erstes eingeschaltet, wenn man einen dunklen Raum betritt und dient der Orientierung im Raum.
     
  • Zonenlicht: Die Platzbeleuchtung erhellt einzelne Bereiche, wie etwa Stehleuchten in einer Leseecke.
     
  • Akzentlicht: Diese Lichtquelle setzt Highlights und wird oftmals als dekorative Beleuchtung eingesetzt.

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a. Beleuchtung im Wohnzimmer

Eine gute Platzbeleuchtung ist dort unerlässlich, wo gearbeitet, gegessen oder gelesen wird – wie etwa im Wohnzimmer. Für den Wohlfühlfaktor setzt Stimmungslicht auf Beistelltischen, in Regalen oder Vitrinen Akzente. Beides ermöglichen Dimmer. So schafft die Stehleuchte im Wohnzimmer abgedunkelt eine behagliche Atmosphäre und voll aufgedreht perfektes Licht zum Schmökern oder Handarbeiten. Diesen Job übernehmen auch Wandleuchten und Pendel über dem Tisch.

Im optimalen Fall wird die Tischfläche samt angrenzender Umgebung erhellt. Das erreichen am besten Leuchten, die mit der Größe und Form der Tafel korrespondieren. „Mehrere kleine Leuchten sollten der Tischform entsprechend gruppiert, über langen Tafeln dementsprechend aufgereiht werden“, rät Antje Kröplin. Ideal sind Pendelzugleuchten, die mit einem Griff in der Höhe variiert werden können. Daumenregel: Die Leuchten benötigen gut 60 Zentimeter Distanz zur Platte. So können sie nicht blenden und den Blick zum Gegenübersitzenden nicht stören. Wichtig: Die Lampen sollten sehr gute Farbwiedergabeeigenschaften aufweisen wie zum Beispiel Energiesparlampen oder LEDs mit warmweißer Lichtfarbe. Denn das Auge isst bekanntlich mit.


b. Lichtkonzept für die Küche

Helle LEDs mit warmem Licht sind auch die beste Wahl für die Beleuchtung von Küchenarbeitsplatten und Herd. Schließlich möchte man beim Umrühren der Töpfe oder Brutzeln den tatsächlichen Garzustand der Speisen erkennen. In Zeiten großer Wohnküchen und offener Kochzeilen ist ein Beleuchtungskonzept wichtiger denn je. Funktional soll es überzeugen, aber auch gut aussehen. Selbst wenn die Küche immer mehr zum Treffpunkt von Familie und Freunden wird, hier zweifellos die besten Partys steigen, so dient sie doch in erster Linie als Arbeitsplatz. Und der fordert zunächst einmal eine gute Grundbeleuchtung.

Das kann eine einzelne Deckenleuchte schlichtweg nicht leisten – vielleicht gerade noch in Miniküchen. Mehrere Lichtquellen, zumindest zwei, sollten es für einen guten Überblick schon sein. Über die Deckenfläche verteilte Strahler oder eingebaute Downlights gelten als ideal. Insbesondere, wenn sie sich verstellen lassen, damit Licht in alle Ecken, Schubläden, Regale und Schrankfächer kommt.

Damit es beim Kräuterhacken oder Kartoffeln abgießen keine Blessuren gibt, ist eine Arbeitsflächenbeleuchtung unerlässlich. Das Licht sollte direkt auf die Arbeitsplatte fallen, nicht blenden und keine harten Schatten werfen. Am besten wird es in möglichst steilem Winkel auf die Arbeitsfläche gerichtet. Bei Oberschränken oder Regalen bieten sich zudem Einbau- oder Anbauleuchten beziehungsweise Lichtbandsysteme an. „Wo keine Oberschränke hängen, über Tresen und Kochinseln, kann man mit Spots arbeiten“, sagt die Lichtplanerin. Aber auch eine Reihe Pendelleuchten erhellen diese Flächen elegant.




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c. Beleuchtung planen im Schlafzimmer

Das Lichtrezept aus der Küche lässt sich auch aufs Schlafzimmer übertragen. Ein behagliches Allgemeinlicht liefern Wand- und Deckenleuchten. „Spot an“, heißt es nur zum Lesen und zur morgendlichen Kleiderwahl. Damit niemand mit verschiedenfarbigen Socken ins Büro geht, empfiehlt sich eine umfassende Schrankbeleuchtung.

Clever: Dank integriertem Näherungsschalter erhellt sich der Schrankinhalt schon beim Türöffnen. LED-Lichtleisten lassen sich hier schnell und einfach nachträglich installieren. Schalter direkt neben dem Bett empfehlen sich, damit man nachts nicht stolpert. Noch komfortabler ist eine dezente Rundumnachtbeleuchtung, die sich dank Sensor bei Dämmerung einschaltet, wenn die Füße auf den Boden gestellt werden.

Im Schlaf- oder Wohnzimmer findet immer häufiger auch ein kompaktes Homeoffice Platz. Gutes Licht gilt hier als unerlässlich. Als Optimalbesetzung für helles, blend- und reflexionsfreies Arbeitslicht gilt eine dreh- und schwenkbare Schreibtischleuchte plus Platzbeleuchtung. Diese übernehmen Steh- oder Wandleuchten, aber auch Pendel. Wer sein Heimbüro beruflich nutzt, sollte es nach den Regeln für professionelle Bildschirmarbeitsplätze beleuchten – die sind übrigens für den Arbeitgeber bindend. Ideal ist ein Fensterplatz für den Schreibtisch, bietet dieser doch bestes Tageslicht.

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d. Experten-Interview: Lichtkonzept fürs Arbeitszimmer

Wir haben Dr. Jürgen Waldorf befragt, worauf bei der Beleuchtung im Arbeitszimmer geachtet werden sollte. Er ist Geschäftsführer von licht.de, eine Brancheninitiative mit gut 130 Mitgliedsunternehmen.

Wie beleuchte ich mein Arbeitszimmer ideal?

"Für beste Arbeitsbedingungen im Homeoffice sorgt eine Beleuchtung, die sich an den Lichtlösungen professioneller Büros orientiert. Sie ermöglicht störungsfreies Sehen, fördert Sehleistung und Sehkomfort. Wichtig ist, dass Licht – sowohl künstliches als auch Tageslicht – nicht blendet und auf Oberflächen wie dem Schreibtisch oder Computerbildschirm keine störenden Reflexe erzeugt. Mit modernen Beleuchtungssystemen und Jalousien lässt sich der Lichteinfall entsprechend regulieren."

Welche Leuchten eignen sich am besten für den Schreibtisch?

"Empfehlenswert und schnell einsatzbereit sind Pendel- oder Stehleuchten, die ihr Licht gleichzeitig direkt auf die Arbeitsfläche und indirekt in den Raum abgeben. Zusätzliche Schreibtischleuchten erweitern die Möglichkeit, benötigte Beleuchtungsstärken individuell anzupassen."

Worauf muss ich bei der Auswahl der Leuchten in Sachen Helligkeit und Farbwiedergabe achten?

"Die Beleuchtungsstärke liegt zwischen 300 und 500 Lux. Bei anspruchsvolleren Sehaufgaben dürfen es auch gern 750 Lux sein. Da die Sehkraft schon ab dem 30. Lebensjahr nachzulassen beginnt, sollte die Beleuchtungsstärke nicht zu niedrig gewählt werden. Ideal sind dimmbare Lösungen, mit denen die Beleuchtungsstärke gemäß den individuellen Bedürfnissen eingestellt werden kann. Damit Farben natürlich wiedergegeben werden, sollte die Farbwiedergabe der Lichtquellen bei mindesten 80 Ra liegen."

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2. Smartes Lichtmanagement per Smartphone

Schalter werden bald obsolet: Das Lichtmanagement übernimmt immer häufiger eine Infrarotsteuerung, ganz bequem via Fernbedienung oder Smartphone-App vom Fernsehsessel aus. Das gilt als simpelstes Prinzip, den herkömmlichen Schalter abzulösen. Noch komfortabler sind Bus-Systeme, mit denen sich die gesamte Haustechnik vernetzen lässt.
Kabellose Übertragungstechnologien, die neben der Regelung über LAN auch das drahtlose Steuern von Leuchten, Fensterrollläden und mehr über das hauseigene WLAN ermöglichen, lassen sich auch nachträglich integrieren. Die einfachste Möglichkeit fürs kommode Lichtmanagement sind über WLAN vernetzte LEDs. Sie lassen sich einfach analog der alten Glühbirne in die Leuchten schrauben und ebenfalls bequem via Tablet oder Handy smart regeln.


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