Lars Seidel im Interview: Bewusstere Kaufentscheidungen

Über die aktuelle Lage auf dem Wohnimmobilienmarkt in Hamburg


News | Hamburg
07.09.2020


Wie geht es dem Wohnimmobilienmarkt in Hamburg? Geschäftsführer Lars Seidel spricht im Interview mit der G&B-Pressestelle über Angebot und Nachfrage, den Trend zum Umland, lukrative Kapitalanlagen und bevorstehende Herausforderungen.


Herr Seidel, wie haben sich Angebot und Nachfrage seit Corona entwickelt?

Lars Seidel: Nach einem kurzzeitigen Stillstand hat sich der Hamburger Wohnimmobilienmarkt schnell wieder erholt. Das Angebot an Immobilien ist inzwischen auf einem normalen – in Hamburg generell niedrigen – Niveau. Auch die Nachfrage ist rasch wieder angestiegen. Wir beobachten aber, dass sich die Ansprüche der Kaufinteressenten durch die Erfahrungen in Lockdown und Homeoffice verschoben haben.

Inwiefern?

Seidel: Die Krise hat gezeigt, dass ein separates Arbeitszimmer, ein Balkon oder Garten und viel Platz zum Leben die Wohnqualität erheblich steigern. Bewohner eng bebauter Stadtgebiete fragen sich nun mehr und mehr: Möchte ich so leben? Daher rückt das Umland mit seinen großzügigen Grundstücken und naturnahen Lagen noch stärker in den Fokus der Kaufinteressenten als ohnehin schon.

Ist denn jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Immobilienkauf?

Seidel: Vieles spricht dafür, sofern die individuellen Lebensumstände eine solche Entscheidung zulassen und Arbeitsplatz und Finanzierung trotz Corona gesichert sind. Das niedrige Zinsniveau lockt und die Preise ziehen bereits wieder deutlich an. Außerdem haben Immobilien sich erneut, wie schon in der Finanzkrise, als krisensichere Anlage erwiesen.

Den Hamburger Immobilienmarkt im Blick: Grossmann & Berger-Geschäftsführer Lars Seidel. Quelle: Morris Mac Matzen / Grossmann & Berger GmbH  Steigt dadurch auch die Nachfrage nach Kapitalanlageobjekten?

Seidel: Ja, denn viele Menschen möchten ihr Geld nun sicher parken. Insbesondere Ferienimmobilien an Nord- und Ostsee erleben einen regelrechten Run. Es gibt hier jedoch auch einige Fallstricke, die Anleger unbedingt beachten sollten.

Welche denn?

Seidel: Bei Ferienimmobilien sollten Anleger beispielsweise nicht auf „Glücksritter“ reinfallen, die überzogene Renditeaussichten stellen. Auch wenn der Trend zum Urlaub in Deutschland steigt, darf man die Auslastung von 2020 – ein Ausnahmejahr – nicht als Ertragsbasis nehmen. Wir achten in der Betreuung unserer Kunden daher genau darauf, einen nachhaltigen Wert festzulegen.

Und was gilt für Eigentumswohnungen als Anlageobjekte?

Seidel: In Hamburg ist in nahezu allen Lagen mit einer guten Auslastung zu rechnen. Generell raten wir Anlegern zu Objekten mit einer Bruttoanfangsrendite von drei bis dreieinhalb Prozent, darunter wird es schwierig. Auch bei den Wohnungsgrößen gibt es einiges zu beachten: Kleinere Wohnungen haben meist eine höhere Fluktuation und lassen häufigere Mietanpassungen an den Mietenspiegel zu, verschaffen dadurch aber auch mehr Arbeit. In größeren, also Drei- oder Vierzimmerwohnungen, wohnen die Mieter in der Regel länger. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Punkte, die berücksichtigt werden sollten. Interessenten sollten daher einen Experten zu Rate ziehen.   

Wie hat sich Ihre Rolle als Makler durch die Krise verändert?

Seidel: Wir führen noch ausführlichere Gespräche mit unseren Kunden, um mögliche Unsicherheiten aufzufangen. Dabei unterstützen wir gezielt auch bei der Finanzierung. Kunden müssen deutlich länger auf eine Finanzierungszusage warten, da die Anforderungen der Banken gestiegen sind. Außerdem beraten wir über aktuelle politische Beschlüsse, die Fragen aufwerfen – wie die Mehrwertsteuersenkung und die Courtageteilung, die im Dezember in Kraft tritt.

Was bedeutet die Mehrwertsteuersenkung für Käufer?

Seidel: Sie reduziert die Maklercourtage und damit die Kaufnebenkosten – sofern das Maklerhaus die Ermäßigung an die Kunden weitergibt. Legt man beispielsweise eine übliche Courtage von 30.000 Euro zugrunde, so sinkt diese mit dem ermäßigten Steuersatz um rund 775 Euro. Ein kleiner zusätzlicher Kaufanreiz, über den sich unsere Kunden freuen.   

…und die Neuregelung der Maklercourtage?

Seidel: Das Gesetz sieht vor, dass Käufer und Verkäufer von Wohnimmobilien sich künftig bundesweit die Maklercourtage teilen. Bislang zahlte in Hamburg nur der Käufer die Courtage. Wir stellen Neuverträge bereits jetzt um, da bis zum Kaufvertragsabschluss in der Regel etwa drei Monate vergehen. Generell ist das eine sinnvolle Neuregelung, denn sie schafft mehr Fairness und Transparenz bei den Maklerkosten, was wir natürlich begrüßen.      

Vielen Dank für das Gespräch!


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