Joint Venture von Otto Wulff und Rheinmetall Immobilien entwickelt „Kolbenhöfe“

Grossmann & Berger steuerte Suche nach Joint Venture-Partner


News | HH-Ottensen
01.06.2018


Die „Zeisehallen“, der „Otto von Bahrenpark“ und der „Phoenixhof“ im Bezirk Altona sind prominente Beispiele dafür, wie ehemalige Industrieliegenschaften in Hamburg sinnvoll neuen Nutzungen zugeführt und wieder mit Leben gefüllt wurden. In ein paar Jahren dürften auch die „Kolbenhöfe“ an der Friedensallee zu diesen Beispielen gehören. 2009 wurde das dort ansässige Hamburger Kolbenschmidt-Werk geschlossen. Die Eigentümerin Rheinmetall Immobilien setzte sich anschließend intensiv mit dem Lebensgefühl in Ottensen, dem Gelände und seiner künftigen Nutzung auseinander. Schließlich entschied sich das Unternehmen aus Düsseldorf dafür, das Areal an der Friedensallee gemeinsam mit einem Partner zu entwickeln.
 
Suche nach Joint Venture-Partner für „Kolbenhöfe“
Rheinmetall Immobilien beauftragte Grossmann & Berger damit, einen geeigneten Partner für ein Joint Venture zu finden. Hierzu führte der Immobiliendienstleister aus Hamburg 2017 einen strukturierten Prozess durch, an dem Projektentwickler und Bauträger aus ganz Deutschland teilnahmen. Grossmann & Berger sprach mögliche Interessenten an, bereitete die Angebote anhand bestimmter Parameter für Rheinmetall Immobilien auf und begleitete die Transaktionen. Die Düsseldorfer entschieden sich schließlich für die Otto Wulff Bauunternehmung aus Hamburg als Partner für das Projekt „Kolbenhöfe“ und gaben ihre Entscheidung Ende Mai 2018 bekannt.
 
Entwicklung von sieben Baufeldern
Zusammen wollen die Joint Venture-Partner eine Fläche von rund 46.000 m² auf sieben Baufeldern zu einem neuen Wohn- und Gewerbequartier mit 300 Wohnungen entwickeln und bebauen. Auf zwei weiteren Baufeldern wird die altoba rund 120 öffentlich geförderte und zehn frei finanzierte Wohnungen errichten. Der Kolbenhof-Genossenschaft steht mit der Sheddachhalle für die größtenteils bereits ansässigen Handwerks- und Kleinbetriebe ebenfalls ein Baufeld zur Verfügung.
 
Nebeneinander von Alt und Neu, Gewerbe und Wohnen
„Das Besondere an dem Projekt „Kolbenhöfe“ ist das Nebeneinander von Alt- und Neubau und Wohnen und Gewerbe“, findet Jörn Roock von Grossmann & Berger. Der Immobilienberater hat den strukturierten Prozess gesteuert und dabei engen Kontakt zu allen Beteiligten gehalten. Zudem passt sich das neue Quartier harmonisch in die städtebauliche Struktur der Umgebung ein. Historische Bestandsgebäude werden durch passende Neubauten ergänzt, zusammen bilden sie durchlässige Höfe. Bis auf die zentrale Erschließungsachse bleiben die „Kolbenhöfe“ weitgehend autofrei. Der bereits vorhandene zentrale Platz wird zum öffentlichen Zentrum. Das Projekt, dessen Arbeiten 2019 beginnen und 2021/2022 abgeschlossen sein sollen, erinnert Roock an das „Quartier Falkenried“. Bei den 1999 freigezogenen Fahrzeugwerkstätten mitten in Hoheluft-Ost wurden ebenfalls bestehende Gewerbegebäude wirkungsvoll um Stadthäuser und Geschosswohnungsbauten zu einer „Stadt in der Stadt“ ergänzt.
 
Gewerbe im Norden, Wohnen im Süden und Osten
„Das innovative Konzept integriert Handwerks- und Gewerbebetriebe in das Quartier. So ist die räumliche Nähe von Wohnen und Arbeiten in direkter Nachbarschaft möglich“, erläutert Roock. Der Schwerpunkt für die gewerblichen Nutzungen befindet sich im Nordwesten der „Kolbenhöfe“, im Süden und Südosten steht das Wohnen im Vordergrund. Es sind sowohl mehrgeschossiger Wohnungsbau als auch Stadthäuser vorgesehen. Mittlerweile ist die Altlastensanierung des Erdreichs durch Rheinmetall Immobilien weitestgehend abgeschlossen. Die Projektvorbereitungen für die „Kolbenhöfe“ stehen kurz vor dem Abschluss. Eingerahmt werden die „Kolbenhöfe“ künftig von zwei weiteren Wohn- und Gewerbe-Quartieren: dem ehemaligen Verwaltungssitz von Hans Schwarzkopf & Henkel im Osten und dem bisherigen Euler-Hermes-Hochaus im Westen. Zusammen bilden die drei Projekte das „Quartier an der Friedensallee“ mit insgesamt 1.200 neuen Wohnungen.


Historischer Exkurs -
Ort mit Geschichte
Auf dem rund 36.000 m² großen Areal des Werks war ursprünglich eine Gießerei angesiedelt. Ab 1935 produzierte die Norddeutsche Leichtmetall- und Kolbenwerke (Noleiko) hier Kolben für Flugzeugmotoren und andere Aluminium-Gussteile. 1950 übernahm Karl Schmidt, die spätere Kolbenschmidt, die Noleiko. Ursprünglich stellte das Unternehmen Flugzeugkolben und später Schiffskolben her, bevor es sich in den 1980er Jahren auf Pkw-Kolben und Kolbenbolzen spezialisierte. Entsprechend entwickelte sich der Gebäudebestand über die Jahrzehnte weiter und wurde den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. Mitte der 2000er Jahre traf die Weltwirtschaftskrise die Automobilindustrie, in deren Folge das Hamburger Werk des Rheinmetall-Tochterunternehmens Kolbenschmidt aufgegeben wurde.
 
Zwischennutzung für das Werksgelände
Anschließend ging die Liegenschaft Friedensallee 128 in die Verantwortung von Rheinmetall Immobilien über. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Gebäudebestand sechs Hallen, ein Verwaltungsgebäude, ein Kompressorhaus, ein Sozialgebäude und ein Magazingebäude. Seit 2010 steht das Werksgelände für Zwischennutzungen wie lokale Handwerksbetriebe zur Verfügung. Diese organisierten sich 2012 in einem Verein und wandelten ihn in der Zwischenzeit in die Genossenschaft Kolbenhof um.
 
Stand: 22.05.2018

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