Steigende Leerstände, längere Entscheidungsprozesse und ein wachsendes Flächenangebot prägen derzeit den Hamburger Büromarkt. Gleichzeitig bleiben hochwertige Büroflächen in zentralen Lagen gefragt. Nils Larsen, Leiter Bürovermietung Hamburg bei Grossmann & Berger Immobilien, erläutert, warum sich der Markt zunehmend differenziert.
Herr Larsen, wie stellt sich der Hamburger Büromarkt derzeit dar?
Die wirtschaftliche Unsicherheit verlängert derzeit viele Entscheidungsprozesse. Gleichzeitig beobachten wir weiterhin eine Reihe aktiver Gesuche im Markt. Unternehmen prüfen heute jedoch genauer, welche Flächen ihnen langfristig den größten Mehrwert bieten. Dabei gewinnt auch die Prolongation bestehender Mietverträge an Bedeutung. Viele Unternehmen betrachten sie zunächst als günstigere oder risikoärmere Alternative zu einem Standortwechsel. Wer einen Umzug in Betracht zieht, wägt die Optionen heute sehr genau ab. Die Nachfrage konzentriert sich dadurch stärker auf ausgewählte Gebäude und Lagen.
Wo beobachten Sie aktuell die größte Dynamik?
Besonders die Innenstadt und die HafenCity zählen für viele Unternehmen weiterhin zu den bevorzugten Standorten. Interessant ist dabei, dass auch hochpreisige Projekte auf Nachfrage stoßen. Wir beobachten eine steigende Akzeptanz höherer Mietniveaus für Top-Objekte, wenn Lage, Qualität und Umfeld überzeugen. Das zeigt, welchen Stellenwert attraktive Standorte für viele Unternehmen weiterhin besitzen.
Wie entwickelt sich das Flächenangebot?
Das kurzfristig verfügbare Flächenangebot wird in den kommenden Monaten weiter zunehmen. Zusätzliche Untermietflächen sowie vereinzelte Projektentwicklungen sorgen für Bewegung im Markt. Die Leerstandsquote ist zuletzt (Q1 / 2026) auf 7,1 % gestiegen. Für die Jahre 2026 und 2027 rechnen wir mit einem Fertigstellungsvolumen von rund 192.000 m². Von diesen Flächen sind bereits rund 68 % vorvermietet. Moderne Büroflächen sind also größtenteils schon vor ihrer Fertigstellung vermietet.
Wie fällt Ihr Ausblick für die kommenden Monate aus?
Mehrere aktive Gesuche und Gespräche stimmen uns zuversichtlich, dass im weiteren Jahresverlauf noch größere Abschlüsse folgen werden. Im laufenden Quartal konnten wir beispielsweise rund 4.500 m² Bürofläche in der Speicherstadt an einen Wirtschaftsprüfer vermitteln und sind mit weiteren Unternehmen in Verhandlungen. Insgesamt erwarten wir für 2026 einen Flächenumsatz auf vergleichbarem Niveau wie im Vorjahr.
Herr Larsen, vielen Dank für das Gespräch.