Mit einem Transaktionsvolumen von rund 1,9 Mrd. € blieb der Hamburger Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien 2025 rund 14 % unter dem Vorjahresergebnis. Gleichzeitig konnten zum Jahresende mehrere Verkaufsprozesse erfolgreich abgeschlossen werden. Kurz vor der MIPIM 2026 zeigt sich der Hamburger Investmentmarkt differenziert. Während einige Teilmärkte weiterhin selektiv bleiben, gewinnen Innenstadt und HafenCity deutlich an Profil. Andreas Rehberg, Sprecher der Geschäftsführung von Grossmann & Berger Immobilien, ordnet ein.
Herr Rehberg, wie präsentiert sich der Markt aktuell?
Wir sehen eine klare Fokussierung auf die Top-Lagen. Insbesondere die Innenstadt und die HafenCity entwickeln sich sowohl auf der Miet- als auch auf der Investmentseite dynamischer als andere Teilmärkte. Die Nachfrage nach hochwertigen, innenstadtrelevanten Standorten ist sehr gut, während periphere Lagen differenzierter betrachtet werden.
Wodurch wird diese Entwicklung getragen?
Vor allem durch die Mietpreisdynamik. Neue Projekte in hoher Qualität in diesen Lagen erzielen inzwischen Mieten deutlich über 40 € pro Quadratmeter. Gleichzeitig profitieren auch umfassend revitalisierte Bestandsobjekte von dieser Entwicklung. Die Mietpreisperspektive stärkt die Investmentnachfrage und unterstreicht die strukturelle Attraktivität Hamburgs als wirtschaftsstarker, stabiler Standort.
Wie stellt sich das Transaktionsgeschehen dar?
Der Markt ist selektiv, aber er funktioniert. Die Mehrzahl der Abschlüsse bewegt sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Großvolumige Transaktionen bleiben zurückhaltend, es sei denn, es handelt sich um absolute Spitzenlagen, etwa im Umfeld der Alster. 2025 zeigten insbesondere Private Anleger und Family Offices ihre Investitionsbereitschaft. Rund 20 % des Transaktionsvolumens und der registrierten Deals gingen auf ihr Konto, darunter auch mehrere Verkäufe oberhalb von 50 Mio. €.
Wer ist derzeit auf Käuferseite aktiv – und welche Rolle spielt die MIPIM?
Institutionelle Investoren agieren aufgrund der Finanzierungsbedingungen weiterhin sehr selektiv, gehen jedoch punktuell wieder in Prüfungsprozesse. Eigenkapitalstarke Family Offices nutzen dagegen ihre Chancen. Für 2026 erwarten wir eine schrittweise und moderate Marktbelebung. Die Rahmenbedingungen haben sich stabilisiert, viele Akteure sind in der neuen Normalität angekommen. Die MIPIM wird zeigen, wie internationale Investoren deutsche Top-Standorte einschätzen und ob entsprechende Produkte wieder stärker auf den Einkaufslisten stehen.